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Austrian Comprehensive Cancer Network (ACCN)

Zusammenschluss der Medizinischen Universitäten in Graz, Innsbruck und Wien zum ACCN

Gemeinsamer Forschungsschritt: Bayern und Österreich untersuchen erstmals innovative Therapien beim Blasenkrebs

© BZKF
Bild von oben nach unten: Johannes Breyer, BZKF; Markus Eckstein, BZKF; Thomas Horn, BZKF; Katharina Oberneder, ACCN; Angelika Terbuch, ACCN

(München/Wien/Graz/Innsbruck, 07-01-2026) - Das Austrian Comprehensive Cancer Network (ACCN), bestehend aus den Medizinischen Universitäten Wien, Graz und Innsbruck und das Bayerische Zentrum für Krebsforschung (BZKF) mit den sechs bayerischen Universitätskliniken starten eine gemeinsame Studie zur Erforschung neuer Therapien beim Urothelkarzinom, einer aggressiven Form von Blasenkrebs. Das Forschungsprojekt untersucht bestimmte biologische Merkmale (Biomarker), um die Forschung schneller in die Behandlung von Patientinnen und Patienten zu bringen. Dafür werden sowohl bereits vorhandene Daten als auch neue Informationen aus aktuellen Untersuchungen genutzt.

Die Therapie des muskelinvasiven und metastasierten Urothelkarzinoms hat sich in den letzten Jahren massiv verändert. Diese vergleichsweise häufige Erkrankung belastet die Betroffenen weiterhin stark und ist mit einem hohen Risiko verbunden, daran zu sterben. Ziel dieses Projektes ist es nun, ein wesentlich besseres Verständnis dafür zu erlangen, warum bestimmte Blasenkrebspatientinnen und -patienten nicht vollständig auf moderne Chemo- und Immuntherapien ansprechen – und welche therapeutischen Alternativen für Betroffene mit schlechtem Ansprechen besser geeignet wären. Dazu wird untersucht, welche therapieresistenten Tumorgruppen besondere Oberflächenmerkmale tragen, die als Angriffspunkte für sogenannte moderne Antikörper-Wirkstoff-Konjugate dienen können. Diese zielgerichteten Medikamente transportieren ihren Wirkstoff gezielt in Krebszellen und können dadurch deutlich besser wirksamer sein als herkömmliche Chemotherapien.

Johannes Breyer, Oberarzt in der Klinik für Urologie am Caritas-Krankenhaus St. Josef (Regensburg), erklärt stellvertretend für die BZKF-Studiengruppe Urothelkarzinome: „Das Ziel der groß angelegten Kollaboration ist es, erstens zu verstehen, welche Patientinnen und Patienten nicht gut von neuen Therapien profitieren und zweitens, welche neue maßgeschneiderte Therapieoptionen besser helfen können. Die Ergebnisse werden uns maßgeblich helfen, zukünftige klinische Studien im ACCN- und BZKF-Netzwerk vorzubereiten, die unseren Patientinnen und Patienten direkt zugutekommen werden. Dafür wird eine gemeinsame Datenbank und Biobank aufgebaut, wichtige genetische Veränderungen analysiert und den Tumoren werden verschiedene molekulare Subtypen zugeordnet. Außerdem prüfen wir, wie diese Merkmale mit dem Krankheitsverlauf zusammenhängen und nutzen eine vom BZKF entwickelte pathologische Beurteilungsmethode, um den verbliebenen Tumor nach Therapie genau zu beurteilen.“

Shahrokh Shariat, Leiter der Universitätsklinik für Urologie und des Comprehensive Cancer Centers (CCC) von MedUni Wien und AKH Wien sowie Sprecher des ACCN, betont: „Die einjährige Förderphase dient als wichtige Anschubfinanzierung für zukünftige gemeinsame Projektanträge in der Europäischen Union. Mit diesem Projekt setzen BZKF und ACCN ein starkes Zeichen für die europäische Zusammenarbeit in der Spitzenforschung – mit dem klaren Ziel, Patientinnen und Patienten mit aggressivem Harnwegskrebs bessere und individuellere Behandlungsoptionen zu eröffnen.“

Austrian Comprehensive Cancer Network (ACCN)
Das Austrian Comprehensive Cancer Network (ACCN) bündelt Ressourcen und Fachwissen der drei österreichischen Comprehensive Cancer Center (CCC) in Wien, Graz und Innsbruck, um innovative Behandlungsansätze und Forschungsergebnisse für Krebspatientinnen und Krebspatienten gemeinsam zu erarbeiten. Ziel des ACCN ist es, durch die Vernetzung von lokalen Strukturen, die Prävention und die Spitzenmedizin in der Onkologie weiter zu verbessern und Synergien der drei Standorte optimal zu nutzen um gemeinsam Krebs zu bekämpfen. 

Bayerisches Zentrum für Krebsforschung (BZKF)
Das Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) verfolgt das Ziel, allen Bürgerinnen und Bürgern in Bayern, ganz unabhängig von ihrem Wohnort, Zugang zu bestmöglichen und innovativen Therapien zu ermöglichen. Mit dem Zusammenschluss der sechs bayerischen Universitätsklinika und Universitäten in Augsburg, Erlangen, den zwei Standorten in München, Regensburg und Würzburg wird nicht nur die Krebsforschung gefördert, sondern auch Kompetenzen und Wissen zu den Themen Früherkennung, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen gebündelt und zugleich Betroffenen eine flächendeckende und interdisziplinäre Versorgung angeboten. Das BürgerTelefonKrebs des BZKF bietet unter der kostenfreien Telefonnummer +49 (0)800 85 100 80 eine unkomplizierte Möglichkeit, sich individuell zu allen Fragen bezüglich einer Krebserkrankung beraten zu lassen.  

 

Austrian Comprehensive Cancer Network (ACCN) und Bayerisches Zentrum für Krebsforschung (BZKF) vertiefen Kooperation in der Krebsforschung

©Bayrisches Zentrum für Krebsforschung (BZKF)

(München/Wien/Innsbruck/Graz, 13-10-2025) – Eine Delegation des Austrian Comprehensive Cancer Network (ACCN) besuchte am 9. und 10. Oktober 2025 das Bayerische Zentrum für Krebsforschung (BZKF) in Erlangen, um gemeinsame Perspektiven in der Onkologie auszuloten.

Im Mittelpunkt standen konkrete Schritte zur Intensivierung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Österreich und Bayern. Vertreter:innen des ACCN, bestehend aus den Medizinischen Universitäten Wien, Graz und Innsbruck, diskutierten mit den Partnern des BZKF Strategien für gemeinsame EU-Förderanträge, Synergien in der klinischen Studieninfrastruktur sowie Best-Practice-Modelle für Forschungsförderung und Datenmanagement.

In Arbeitsgruppen wurden bereits erste Ansätze für bilaterale Forschungsprojekte entwickelt, insbesondere im Bereich der translationalen Studien und klinischen Datennutzung. Der Austausch im Translational Research Center (TRC) in Erlangen unterstrich das gemeinsame Verständnis für die Bedeutung vernetzter Krebsforschung als Voraussetzung für Innovation und Versorgungssicherheit.

Die Kooperation zwischen ACCN und BZKF wurde im Juli 2025 im Rahmen des fünfjährigen Jubiläums des BZKF offiziell initiiert. Ziel ist der Aufbau einer grenzüberschreitenden Allianz, die exzellente Krebsforschung und Versorgung über nationale Grenzen hinweg stärkt. Die Vereinbarung wurde im Beisein von Vertreter:innen beider Länder unterzeichnet, darunter der bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Markus Blume sowie die Vizerektorin für Forschung der Medizinischen Universität Wien, Michaela Fritz.

Mit dieser Partnerschaft entsteht eine der ersten transnationalen onkologischen Forschungsallianzen Europas. Sie bildet die Grundlage für langfristige Kooperationen im Rahmen der europäischen Krebsmission und unterstützt die gemeinsame Vision, Patient:innen durch Forschung, Präzisionsmedizin und Wissenstransfer bestmöglich zu versorgen.

 

 

Gemeinsam gegen Krebs: Austrian Comprehensive Cancer Network und Bayerisches Zentrum für Krebsforschung starten Kooperation

Kooperationsabkommen zwischen dem BZKF und dem ACCN ©Bayerisches Zentrum für Krebsforschung

(München/Wien/Graz/Innsbruck, 21-07-2025) – Das in München unterzeichnete Kooperationsabkommen zwischen dem Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZFK) und dem Austrian Comprehensive Cancer Network (ACCN) der Medizinischen Universitäten Wien, Graz und Innstruck ist strategisch in der EU-Mission Krebs verankert. Die Vereinbarung markiert den Beginn einer der ersten transnationalen Partnerschaften zwischen Krebszentren in Europa. Ihr Ziel ist es, das Leben von Krebspatient:innen durch Förderung der Krebsforschung und Optimierung der Versorgungslandschaft weiter zu verbessern. Die Wissenschafts- und Gesundheitsministerien von Österreich und Bayern unterstützen das Anliegen.

Die Unterzeichnung erfolgte im Beisein hochrangiger Vertreter:innen der bayerischen Staatsregierung, Vertreter:innen des österreichischen Bundesministeriums für Frauen, Wissenschaft und Forschung und Vertreter:innen aus den Comprehensive Cancer Centers und Rektoraten der drei österreichischen medizinischen Universitäten. Als Rahmen diente die Fünfjahres-Jubiläumsfeier des BZKF, das mit sechs universitären Krebszentren mehr als 13 Millionen Menschen versorgt.

Die Kooperation zwischen dem ACCN und dem BZKF ist eine der ersten transnationalen Partnerschaften zwischen onkologischen Spitzenzentren in Europa und orientiert sich explizit an den Zielen der EU-Mission Krebs (Mission Cancer). Ziel der Zusammenarbeit ist es, einen regionalen onkologischen Exzellenz-Hub im Herzen Europas zu etablieren, um gemeinsame klinische Studien, translational orientierte Forschung, digitale Innovation, Ausbildung und Prävention zu fördern. Es ist beabsichtigt, transnationale Netzwerke zu schaffen – Netzwerke, die jedem Bürger und jeder Bürgerin zugutekommen, von der Prävention bis zur Krebstherapie.

„Forschung, medizinische Versorgung und Fortschritt dürfen nicht an Staatsgrenzen enden. Mit der Partnerschaft zwischen dem ACCN und dem BZKF setzen wir ein starkes europäisches Zeichen im Kampf gegen Krebs – missionsorientiert, patient:innenzentriert und zukunftsgerichtet. Denn nur gemeinsam und über alle Grenzen hinweg können wir die großen gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit bewältigen“, betont Eva-Maria Holzleitner, Österreichs Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung.“

Zur neuen Kooperation zwischen BZKF und ACCN betont Bayerns Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Markus Blume: „Moderne Krebsmedizin braucht Daten, Digitalisierung und Dialog. Der Krebs macht nicht an Ländergrenzen halt – unsere Forschung auch nicht: Mit der Partnerschaft zwischen dem Bayerischen Zentrum für Krebsforschung und dem Austrian Comprehensive Cancer Network läuten wir eine neue Ära der bayerisch-österreichischen Forschungszusammenarbeit ein. Für uns ist klar: Gemeinsam können wir die großen medizinischen Herausforderungen unserer Zeit bewältigen.“

ACCN: Österreichs nationale Antwort auf die EU Mission Cancer
Das Austrian Comprehensive Cancer Network (ACCN) vereint die drei universitären Comprehensive Cancer Centers in Wien, Graz und Innsbruck zu einer nationalen Allianz für Exzellenz in Onkologie. Als offizieller österreichischer Partner der EU-Mission Krebs verfolgt das ACCN das Ziel, präzisionsmedizinische Versorgung, frühe klinische Studien, gemeinsame Tumorboards und nationale Bildungsprogramme aufzubauen – in enger Abstimmung mit Ministerien und europäischen Partnernetzwerken sowie Patient:innen und ihren Angehörigen.

BZKF: Fünf Jahre bayerische Krebsforschung mit Wirkung
Das Bayerische Zentrum für Krebsforschung (BZKF) wurde 2019 mit dem Ziel gegründet, allen Bürgerinnen und Bürgern in Bayern Zugang zu bestmöglichen, neusten und innovativen Krebstherapien zu bieten – unabhängig von ihrem Wohnort. Mit seinen sechs universitären Krebszentren in München (LMU und TUM), Erlangen, Würzburg, Regensburg und Augsburg bündelt es Forschung, klinische Innovation und Versorgungsqualität für über 13 Millionen Menschen.
    
Europa gemeinsam gegen Krebs
Die neue Kooperation zeigt, wie regionale Zusammenarbeit zur Umsetzung globaler Strategien wie der Mission Cancer beitragen kann. Die Kernbereiche der Kooperation umfassen dabei:

  • Gemeinsame klinische Studien – v. a. in der Frühphase und Präzisionsonkologie
  • Verbundene Tumorboards und biomedizinische Infrastrukturen
  • Ausbildungsprogramme für onkologische Fachkräfte und Nachwuchsforscher:innen
  • Gemeinsame Projekte im Bereich Digitalisierung, Nachsorge, Prävention und Patientenbeteiligung
  • Koordination grenzüberschreitender Förderprojekte auf EU-Ebene

 

Wien, Innsbruck und Graz gemeinsam gegen Krebs: Erste konkrete Projekte im Austrian Comprehensive Cancer Network (ACCN)

(Wien/Graz/Innsbruck, 27-05-24) 73 hochrangige und hoch motivierte Krebsexpert:innen aus den Comprehensive Cancer Centers in Wien, Innsbruck und Graz haben am 27. Mai 2024 in Wien beim Project Meeting des ACCN am Campus von Medizinischer Universität Wien und AKH Wien intensiv zusammen gearbeitet. Ziel: konkrete österreichweite Kollaborationsprojekte definieren, wo Patient:innen und Forschung von der zentrumsübergreifenden Zusammenarbeit profitieren. Die drei Leiter der CCC Wien, Shahrokh F. Shariat, Innsbruck, Dominik Wolf, und Graz, Philipp Jost, haben eingeladen, die Teilnehmenden waren hoch motiviert und das Ergebnis ist beeindruckend.

Das Austrian Comprehensive Cancer Network (ACCN) bündelt Ressourcen und Fachwissen der drei österreichischen CCCs in Graz, Wien und Innsbruck, um innovative Behandlungsansätze und Forschungsergebnisse für Krebspatient:innen gemeinsam zu erarbeiten. Ziel des ACCN ist es, durch die Vernetzung von lokalen Strukturen, die Prävention und die Spitzenmedizin in der Onkologie weiter zu verbessern und Synergien der drei Standorte optimal zu nutzen um gemeinsam Krebs zu bekämpfen. 

Nach der Begrüßung durch die drei CCC Leiter und einem Überblick über das ACCN ging es in hochrangige, interdisziplinär besetzte Arbeitsgruppen zu vier häufigen und zwei seltenen Turmorerkrankungen: Prostata-, Colon, Lungen- und Mammakarzinom sowie Pädiatrische CNS Tumoren und Muskuloskelettale Tumoren – Sarkome standen am Programm. Am Nachmittag ging es intensiv bei neuer Zusammensetzung mit den Arbeitsgruppen Gewebe- und Blut-Biobank, young ACCN und Präzisionsmedizin weiter. Die Krebsexpert:innen diskutierten und erarbeiteten konkrete Projekte, die im nächsten Schritt gemeinsam umgesetzt werden sollen sowie die Form der weiteren Zusammenarbeit in den Projektgruppen.

Konkrete Projekte für EU Mission Cancer

„Wir sind vom großen Engagement, von der hochprofessionellen und konstruktiven Zusammenarbeit und von der Vielfalt der erarbeiteten Projekte begeistert“, freuen sich die CCC Leiter Shariat, Wolf und Jost. „Das erste ACCN Project Meeting hat gezeigt, wie bereichernd und wertvoll es ist, über die Grenzen der eigenen Organisation gerade beim Thema Krebs Forschung, Medizin und Pflege noch enger und strukturierter zusammenzuarbeiten.“ Besprochen wurden auch Herausforderungen wie das Thema Datenschutz oder die unterschiedlichen regionalen Gegebenheiten einerseits in der Großstadt Wien und andererseits im ländlichen Raum. Mit der Gründung des ACCN haben die drei CCCs bereits eine wichtige Aufgabe vorerfüllt, die die EU Mission Cancer bis 2030 vorsieht: die enge zentrumsübergreifende Zusammenarbeit der Comprehensive Cancer Center des Landes. Für die Umsetzung der erarbeiteten Projekte werden die Projektgruppen bei nationalen und EU-weiten Fördertöpfen einreichen.

Nach der beeindruckenden Vorstellung aller entstandenen Projekte am Ende des Tages wurde beim Get-together im alten AKH weiter genetzwerkt. Die Teilnehmer:innen zogen ein positives Resumee des produktiven Tages und betonten den hohen Nutzen für die Weiterentwicklung der Krebstherapien durch die Kollaboration und das Voneinander lernen. Weitere CCC übergreifende Arbeitsmeetings sind bereits in Planung.


Das Austrian Comprehensive Cancer Network setzt neue Maßstäbe

Gemeinsam gegen Krebs: Das Austrian Comprehensive Cancer Network (ACCN) setzt neue Maßstäbe ©MedUni Wien/APA-Bilderservice/Juhasz

(Wien/Graz/Innsbruck, 30-01-2024) Im Vorfeld des Weltkrebstages am 4. Februar geben die Medizinischen Universitäten in Graz, Innsbruck und Wien einen wichtigen Zusammenschluss bekannt: Das neugegründete Austrian Comprehensive Cancer Network (ACCN) bündelt die Expertise der Comprehensive Cancer Center (CCC) in Graz, Innsbruck und Wien. Dadurch wird eine wegweisende Zusammenarbeit ermöglicht. Im Zentrum steht das Ziel, das Leben von Krebspatient*innen durch Förderung der Krebsforschung und Optimierung der Versorgungslandschaft weiter zu verbessern.
Bundesminister Martin Polaschek unterstützt das Anliegen.

In Österreich erkranken jährlich über 44.000 Menschen an Krebs. In Europa verlieren 1,3 Millionen Menschen jedes Jahr ihr Leben durch Krebs. Wenn keine weiteren Maßnahmen ergriffen werden, wird die Zahl der Betroffenen weiter steigen. Um Krebs eines Tages besiegen zu können, erfolgen große gemeinsame Anstrengungen auf EU-Ebene ebenso wie auch in Österreich. Mit dem ACCN wird der Kampf gegen Krebs in Österreich auf ein neues Level gehoben und ein Leuchtturmprojekt gestartet, erklärten der Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Martin Polaschek, sowie die drei Leiter der CCC aus Graz, Innsbruck und Wien in einem Pressegespräch. „Mit innovativer Wissenschaft wird in Österreich den gesundheits- und gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen in Bezug auf Krebs begegnet. Als Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung ist es mir ein besonderes Anliegen, insbesondere den Beitrag der Forschung zur besseren Bewältigung von Krebserkrankungen und deren physischen und psychischen Folgen in den Fokus zu rücken“, so Bundesminister Martin Polaschek.

Mehr Menschen in Österreich erhalten Zugang zur Spitzenmedizin
Auch die EU hat im Rahmen ihres Forschungsförderungsprogramms „Horizon Europe“ den Kampf gegen Krebs zu einer der Hauptaufgaben bis 2030 erklärt. Die sogenannte „Mission Cancer“ hat das Ziel, durch verbessertes Verständnis von Krebserkrankungen und verbesserte Prävention, Diagnose und Therapie die Lebensqualität betroffener Menschen zu heben und den Zugang zu einer Behandlung sicherzustellen.
Österreich agiert hier mit der Gründung des ACCN als Vorreiter. Ressourcen und Fachwissen werden gebündelt, um innovative Behandlungsansätze und Forschungsergebnisse zu liefern, die Krebspatient*innen direkt zugutekommen. „Ein Ziel der Kooperationspartner ist es, durch die Vernetzung von lokalen Strukturen, die Prävention und die Spitzenmedizin in der Onkologie und für die Menschen in Österreich weiter zu verbessern“, erklärt Shahrokh Shariat, Leiter des CCC Vienna und Leiter der Universitätsklinik für Urologie von Medizinischer Universität Wien und AKH Wien. Mit dem ACCN soll es zukünftig noch einfacher möglich sein, innerhalb von Österreich, aber auch im Rahmen von EU-Projekten zusammenzuarbeiten.

Gemeinsam gegen Krebs: Erste Kooperationsprojekte erfolgreich gestartet
Die enge Zusammenarbeit zwischen den CCCs und weiteren Forschungsgruppen in Österreich zeigt bereits erste Erfolge in Form von innovativen Projekten. Ein von der Medizinischen Universität Innsbruck koordiniertes Projekt beschäftigt sich mit der Mikrobiota, also der Darmflora und ihrem Einfluss auf die Therapie bei Blasen- und Prostatakarzinomen. 7.000 Mal im Jahr erhält ein Mann in Österreich die Diagnose Prostatakarzinom, 1.200 Menschen erkranken an Blasenkrebs. „Obwohl bekannt ist, dass die
Mikrobiota das Immunsystem beeinflussen, ist ihr Zusammenspiel mit der Tumorumgebung, dem sogenannten Tumor-Microenvironment, kurz TME, und dessen diagnostisches und therapeutisches Potenzial unvollständig verstanden“, erklärt Dominik Wolf, Leiter des CCC Innsbruck und der Universitätsklinik für Innere Medizin V Onkologie der Medizinischen Universität Innsbruck. In einem Kollaborationsprojekt zwischen verschiedenen Forscher*innengruppen in Wien und Innsbruck wird derzeit erstmals bei Prostata-und Blasenkrebs untersucht, welche Mikrobiota mit diesen Tumoren assoziiert sind und ob es beispielsweise Auffälligkeiten in der Mikrobiota gibt, die als Marker für die Vorhersage einer Behandlungsreaktion dienen könnten. Die Erkenntnisse könnten auch für die Behandlung anderer Krebserkrankungen von großem Interesse sein.

Personalisierte Medizin: Sound-Studie setzt neue Akzente
In den vergangenen Jahren hat sich die Krebsbehandlung immer stärker zu einer Präzisionsmedizin entwickelt. Personalisierte Medizin steht im Vordergrund vieler Tumortherapien. „Wir beschäftigen uns mit den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der molekularen Tumortherapie und der Frage, welche genetischen Mutationen in Tumoren zu einer Änderung der Therapie führen sollten und welche nicht“, erklärt Philipp Jost, Leiter des CCC Graz und der Klinischen Abteilung für Onkologie der Medizinischen
Universität Graz. Dies ist insbesondere wichtig, da das molekulare Verständnis von Veränderungen in Tumorzellen das Kernstück einer zukünftigen personalisierten, zielgerichteten und effektiven Tumortherapie darstellt. Einen wichtigen Schritt zur personalisierten Tumortherapie soll die aktuell laufende SOUND-Studie liefern, die von der Med Uni Graz koordiniert werden. Die SOUND-Studie untersucht in Österreich erstmals in einer multizentrischen Studie ob Patient*innen mit fortgeschrittener
Krebserkrankung anhand einer molekulargenetischen Untersuchung von Tumorgewebe- und/oder Blut von für eine zielgerichtete personalisierte Tumortherapie identifiziert werden und ob diese Therapie einen klinischen Benefit zeigt.


Porträtfoto von Dr. Katja Maurer ©Katja Maurer

Dr.in Katja Maurer

Projektmanagerin ACCN